Gemeinsam geht es am besten! Jutta Allmendinger über Gerechtigkeit und den “Corona Gap”

Geschlechtergerechtigkeit

Mehr Gerechtigkeit nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer

Wenn mehr Geschlechtergerechtigkeit herrscht, verbessert nicht nur das Leben von Frauen, sondern auch von Männern, so Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Erreichen können wir das aber auch nur zusammen: “Es geht nur gemeinsam!”, so der Titel ihres aktuellen Buches.


Jutta Allmendinger schaut dabei besonders auf die Zeit der Corona-Pandemie, in der viele Familien durch Überlastung wieder auf traditionelle Rollen zurückgeworfen wurden.
Vor allem Mütter kümmerten sich während Corona zuhause um ihre Kinder und versuchten gleichzeitig im Homeoffice zu arbeiten. Eine Mehrfachbelastung, die nicht zu schaffen war, wie selbst die Politik letzen Endes zugeben musste. Aber auch abgesehen von Corona ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland in dieser Hinsicht nicht viel vorangegangen: Frauen gelten immer noch automatisch als Hauptansprechperson für gemeinsame Kinder, und auch auf dem Arbeitsmarkt sind sie überdurchschnittlich oft in Minijobs, geringer Teilzeit oder schlecht bezahlten “Frauenberufen” zu finden.


Allmendinger schlägt ganz unterschiedliche Wege vor, um dieses Problem zu lösen: eine Familienbesteuerung statt des Ehegattensplittings zum Beispiel, und eine zweiwöchige Freistellung vom Beruf für Väter nach der Geburt ihres Kindes. Gleichen Lohn für vergleichbare Erwerbsarbeit und eine hochwertige, gut ausgebaute Kinderbetreuung. Und, sehr wichtig: Nicht nur mehr Erwerbsarbeit von Frauen, sondern gleichzeitig auch mehr Fürsorgearbeit von Männern- anders ist es nicht zu schaffen.

 

Quellen:

https://www.ipg-journal.de/aus-meinem-buecherschrank/artikel/auf-gehts-maenner-5485 (zuletzt abgerufen am 28.10.2021)
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Es-geht-nur-gemeinsam-Buch-von-Jutta-Allmendinger,kulturjournal7936.html (zuletzt abgerufen am 28.10.2021)

 

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