Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft: Erfolge und Entwicklungspotential

Frau in Labor mit Mikroskop

Gute Neuigkeiten: 30% der Forschenden sind inzwischen Frauen

Etwa 30% der Forschenden in der Wissenschaft sind inzwischen Frauen. Soweit ein Erfolg! Aber reicht das? Wir finden: Nein- die Hälfte der Menschheit sollte auch die Hälfte der Professor*innen stellen. Vor allem in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gibt es dabei noch viel Entwicklungspotential. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat – anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft – die neuesten Zahlen zur Geschlechterverteilung in den MINT-Fächern an baden-württembergischen Hochschulen im Wintersemester 2020/21 veröffentlicht: In allen MINT-Fächern zusammen liegt der Frauenanteil bei knapp 31%. Eine gute Neuigkeit; vor allem, weil in diesen Bereichen der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften besonders groß ist. Allerdings gibt es zwischen den verschiedenen Fächern der Fachgruppe MINT deutliche Unterschiede: Während der Frauenanteil in der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften bereits seit drei Jahren in Folge bei über 50 % lag, war der Frauenanteil in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften mit 23 % nicht einmal halb so groß.

Der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft wird am 11.Februar jedes Jahres begangen. Laut UNESCO machen Frauen nur ein Drittel der Forschenden weltweit aus und besetzen weniger Führungspositionen an Spitzenuniversitäten als Männer. Diese Ungleichheit führt zu einer geringeren Veröffentlichungsrate, einer geringeren Sichtbarkeit, einer geringeren Anerkennung und, was besonders kritisch ist, zu weniger Finanzierung. Zahlreiche Institutionen und Hochschulen auch in Deutschland machen auf diesen Tag aufmerksam und wirken mit ihren Gleichstellungsmaßnahmen der Ungleichheit entgegen.

Aus einer anderen Richtung arbeitet die Initiative One Billion Rising weltweit für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung. Sie wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert. Eine Milliarde Frauen sind dazu eingeladen, sich am 14. Februar jedes Jahres zu erheben, zu tanzen und sich auf der ganzen Welt zu verbinden, um das Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu fordern. Im Raum Stuttgart gibt es beispielsweise in Böblingen eine Demonstration mit Tanz.


Quellen:

https://www.statistik-bw.de/Presse/Pressemitteilungen/2022021 (zuletzt abgerufen am 10.02.2022)

https://unric.org/de/11022021-frauen (zuletzt abgerufen am 10.02.2022)

https://www.onebillionrising.org/events/one-billion-rising-boblingen (zuletzt abgerufen am 10.02.2022)

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